Eine gute Onboarding-Schulung behandelt vier Bereiche: das Unternehmen (Werte, Ziele, Regeln, Abläufe), das Team, die eigene Rolle und die gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen, etwa zu Arbeitsschutz, Datenschutz und IT-Sicherheit. Entscheidend ist nicht nur, was geschult wird, sondern auch wann. Vor dem ersten Arbeitstag, in der ersten Woche und bis zum Ende der Probezeit braucht eine neue Mitarbeiterin jeweils andere Inhalte. Dieser Leitfaden zeigt HR- und L&D-Verantwortlichen, welche Inhalte in welche Phase gehören, was sich als E-Learning eignet und wie Sie prüfen, ob die Schulung im Arbeitsalltag ankommt.
Kurz gesagt
- Vier Inhaltsbereiche: Organisation, Team, Rolle und Pflichtunterweisungen bilden den Kern jeder Onboarding-Schulung.
- Pflicht zuerst: Die Erstunterweisung im Arbeitsschutz findet vor Aufnahme der Tätigkeit statt. Ihr Inhalt ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.
- Drei Phasen: Preboarding, erste Tage und Wochen sowie Einarbeitung bis zum Ende der Probezeit. Jede Phase hat eigene Schulungsschwerpunkte.
- E-Learning gezielt einsetzen: Für fachliches Wissen und Pflichtthemen eignen sich digitale Formate sehr gut. Soziale Integration und praktische Übungen brauchen den persönlichen Austausch.
- Wirkung messen: Quizze, Zertifikate und regelmäßiges Feedback der Führungskraft zeigen, ob das Gelernte sitzt.
Inhaltsverzeichnis
- Die vier Inhaltsbereiche einer Onboarding-Schulung
- Pflichtunterweisungen im Onboarding
- Schulungsinhalte nach Onboarding-Phasen verteilen
- Was ins E-Learning gehört und was nicht
- In sechs Schritten zum Onboarding-Schulungsplan
- Lernerfolg prüfen: Kommt die Schulung im Alltag an?
- Unsere Sicht: Onboarding beginnt mit Sicherheit und endet nicht nach Woche eins
- Onboarding-Pflichtschulungen digital umsetzen
- Häufige Fragen
- Quellen
Die vier Inhaltsbereiche einer Onboarding-Schulung
Neue Mitarbeitende haben in den ersten Wochen viele Fragen. Wie funktioniert das Unternehmen? Wer ist im Team wofür zuständig? Was wird von mir erwartet? Welche Regeln muss ich kennen? Eine strukturierte Onboarding-Schulung beantwortet diese Fragen geordnet statt zufällig.
Das britische Berufsinstitut für Personalarbeit CIPD beschreibt in seinem Leitfaden zur Mitarbeitereinführung drei inhaltliche Säulen: die Organisation mit Mission, Werten, Strategie, Zielen, Geschichte, Kultur, Richtlinien, Verfahren und Verwaltung, außerdem das Team und die Menschen darin sowie die Rolle und ihre Verantwortlichkeiten. Für Unternehmen in Deutschland kommt eine vierte Säule hinzu, die rechtlich besonders schwer wiegt: die Pflichtunterweisungen.
1. Organisation und Unternehmenskultur
Dieser Bereich vermittelt das große Ganze. Typische Inhalte sind:
- Geschichte, Mission und Werte des Unternehmens
- Strategie, aktuelle Ziele und wichtige Kunden oder Produkte
- Organigramm, Standorte und Ansprechpersonen
- Richtlinien wie Code of Conduct, Reisekosten- oder Homeoffice-Regelungen
- Verwaltungsabläufe: Zeiterfassung, Urlaubsantrag, Krankmeldung, Gehaltsabrechnung
Kultur lässt sich nicht allein auf Folien vermitteln. Eine kurze, gut erzählte Geschichte über die Gründung oder ein wichtiges Projekt bleibt jedoch oft besser im Gedächtnis als eine Liste von Werten.
2. Team und Zusammenarbeit
Hier geht es um die Menschen. Wer gehört zum Team, wer zu angrenzenden Abteilungen, und wie wird kommuniziert? Dazu gehören Meeting-Rhythmen, genutzte Tools, Vertretungsregeln und die Frage, wen man bei welchem Problem anspricht. Eine Patin oder ein Pate aus dem Team ist in dieser Phase oft wertvoller als jedes Schulungsmodul.
3. Rolle und fachliche Einarbeitung
Der umfangreichste Bereich ist die fachliche Einarbeitung: Aufgaben, Prozesse, Software, Qualitätsstandards und Kennzahlen der jeweiligen Stelle. Die Universität Bremen nennt in ihrem Onboarding-Leitfaden die fachliche Einarbeitung ausdrücklich neben Datenschutz-Sensibilisierung per E-Learning, IT-Sicherheitsschulungen sowie Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz als zentrale Onboarding-Inhalte.
4. Pflichtunterweisungen und Pflichtschulungen
Dieser Bereich ist nicht verhandelbar. Er schützt die neuen Mitarbeitenden, die Kolleginnen und Kollegen und das Unternehmen. Weil er rechtlich am heikelsten ist, behandelt der nächste Abschnitt ihn ausführlich.
Pflichtunterweisungen im Onboarding
Viele HR-Teams suchen nach einer festen Liste „der“ Onboarding-Unterweisungen. Eine solche Einheitsliste gibt es nicht. Welche Unterweisungen nötig sind, hängt vom Arbeitsplatz, den Tätigkeiten und den eingesetzten Arbeitsmitteln ab.
Arbeitsschutz: Die Gefährdungsbeurteilung bestimmt den Inhalt
Nach Angaben des Landesportals Arbeitsschutz in NRW leiten sich die Unterweisungsinhalte in erster Linie aus der Gefährdungsbeurteilung ab. Arbeitgeber müssen Beschäftigte gemäß § 12 Arbeitsschutzgesetz unterweisen und dies jährlich wiederholen. Jugendliche Auszubildende sind mindestens halbjährlich zu unterweisen.
Für das Onboarding bedeutet das: Die erste Unterweisung findet statt, bevor die neue Person ihre Tätigkeit aufnimmt. Die TU Dortmund zählt zur Erstunterweisung am ersten Arbeitstag Rettungswege, Sammelpunkte, Notfallnummern und arbeitsplatzspezifische Informationen. Wie Sie diese Erstunterweisung lückenlos dokumentieren, zeigt unser Beitrag zur Erstunterweisung im Arbeitsschutz.
Typische Pflicht- und Basisthemen im Überblick
Die folgende Übersicht hilft bei der Planung. Sie ersetzt nicht die Prüfung im eigenen Betrieb: Was im Einzelfall vorgeschrieben ist, klären Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit, Ihrem Betriebsarzt oder Ihrer Datenschutzbeauftragten.
| Thema | Für wen | Zeitpunkt im Onboarding | Geeignetes Format |
|---|---|---|---|
| Allgemeine Arbeitsschutz-Erstunterweisung | Alle Beschäftigten | Vor Aufnahme der Tätigkeit | E-Learning plus Begehung vor Ort |
| Verhalten in Notfällen, Brandschutz, Fluchtwege | Alle Beschäftigten | Erster Arbeitstag | Begehung, ergänzt durch E-Learning |
| Erste Hilfe und Meldewege | Alle Beschäftigten | Erste Woche | E-Learning plus Aushänge |
| Arbeitsplatzspezifische Gefährdungen (Maschinen, Gefahrstoffe, Ladungssicherung) | Je nach Gefährdungsbeurteilung | Vor der jeweiligen Tätigkeit | Praktische Einweisung vor Ort, Theorie digital |
| Datenschutz-Sensibilisierung | Alle mit Zugang zu personenbezogenen Daten | Erste Woche | E-Learning |
| IT-Sicherheit (Phishing, Passwörter, Ransomware) | Alle mit IT-Zugang | Vor oder mit der IT-Freischaltung | E-Learning mit Quiz |
| Compliance und Code of Conduct | Alle Beschäftigten | Erster Monat | E-Learning |
| Gleichbehandlung (AGG) | Alle Beschäftigten, vertieft für Führungskräfte | Erster Monat | E-Learning |
| Umgang mit KI-Anwendungen | Alle, die KI-Tools nutzen | Vor der ersten Nutzung | E-Learning |
Zu einzelnen Themen finden Sie bei uns vertiefende Leitfäden, etwa zu Inhalten der Gefahrstoffunterweisung, zur Erste-Hilfe-Unterweisung und zu Datenschutz-Schulungen. Ob Compliance-Schulungen in Ihrem Unternehmen verpflichtend sind, erklärt der Beitrag Compliance-Schulung als Pflicht. Wer generative KI im Arbeitsalltag freigibt, sollte auch die Nachweisfrage klären. Hier hilft unser Beitrag zur KI-Compliance-Schulung.
Von der Erstunterweisung zur Jahresunterweisung
Die Erstunterweisung ist der Anfang eines Zyklus. Spätestens nach einem Jahr steht die Wiederholung an. Planen Sie deshalb schon im Onboarding, wann die neue Person in die regelmäßige Jahresunterweisung übergeht. So entsteht keine Lücke zwischen erster und zweiter Unterweisung.
Schulungsinhalte nach Onboarding-Phasen verteilen
Der häufigste Fehler im Onboarding ist die Informationsflut am ersten Tag. Wer acht Stunden lang Präsentationen sieht, behält wenig. Besser ist eine Verteilung über mehrere Phasen.
Die Universitätsmedizin Göttingen empfiehlt in ihrem Einarbeitungsleitfaden, den Prozess in mindestens drei Phasen zu gliedern: vor Arbeitsbeginn, erste Tage und Wochen sowie Einarbeitung und Probezeit. Die Inhalte reichen dabei von administrativen Formalitäten über die erste Orientierung bis zur fachlichen Vertiefung und selbstständigen Aufgabenerledigung.
Phase 1: Preboarding (vor dem ersten Arbeitstag)
Zwischen Vertragsunterschrift und Arbeitsbeginn liegen oft Wochen. Diese Zeit lässt sich gut nutzen. Laut der TU Dortmund gehören vor der Arbeitsaufnahme unter anderem Vertragsabschluss, Arbeitsplatzeinrichtung, IT-Freischaltung und die Information der Kolleginnen und Kollegen dazu.
Sinnvolle Schulungsinhalte im Preboarding:
- Willkommensvideo der Geschäftsführung oder Teamleitung
- Kurzes Modul zu Unternehmen, Werten und Organigramm
- Ablaufplan für die erste Woche
- Praktische Informationen: Anfahrt, Parken, Ansprechpersonen, Dresscode
Pflichtschulungen gehören nur mit Bedacht ins Preboarding. Vor Vertragsbeginn ist die Person noch nicht beschäftigt. Stellen Sie Inhalte in dieser Phase deshalb als freiwilliges Angebot bereit und klären Sie arbeitsrechtliche Fragen zur Vergütung von Lernzeit im Zweifel mit Ihrer Rechtsabteilung.
Phase 2: Erste Tage und Wochen (Orientierung)
Jetzt stehen Sicherheit und Orientierung im Vordergrund. Die Hochschule UC Davis beschreibt in ihrem Onboarding-Toolkit für die ersten 90 Tage, dass in den ersten 30 Tagen vorgeschriebene und erforderliche Schulungen im Mittelpunkt stehen.
Typische Inhalte dieser Phase:
- Arbeitsschutz-Erstunterweisung mit Rundgang
- IT-Zugänge, Grundregeln der IT-Sicherheit, Datenschutz
- Kennenlernen des Teams und der wichtigsten Schnittstellen
- Einführung in die wichtigsten Tools und Prozesse der Rolle
- Compliance, Code of Conduct und Gleichbehandlung
- Erste kleine, abgeschlossene Aufgaben
Phase 3: Einarbeitung bis zum Ende der Probezeit
In dieser Phase vertieft die neue Person ihr Fachwissen und übernimmt schrittweise Verantwortung. Nach 60 bis 90 Tagen arbeiten neue Mitarbeitende laut UC Davis bereits selbstständiger. Die TU Dortmund setzt das Ziel, das Tagesgeschäft im zweiten bis sechsten Monat weitgehend eigenständig zu erledigen.
Schulungsinhalte für diese Phase sind vor allem rollenbezogen: vertiefende Fachmodule, Produktwissen, Spezialsoftware, Kommunikations- oder Führungstrainings. Auch weiterführende Pflichtthemen passen hierher, etwa Informationssicherheit für Führungskräfte.
Phasenplan auf einen Blick
| Phase | Zeitraum | Schwerpunkt | Beispielinhalte |
|---|---|---|---|
| Preboarding | Vertragsunterschrift bis Tag 1 | Willkommen und Organisation | Willkommensvideo, Unternehmensüberblick, Wochenplan |
| Orientierung | Tag 1 bis ca. Tag 30 | Sicherheit, Pflichtthemen, Team | Erstunterweisung, IT-Sicherheit, Datenschutz, Compliance |
| Vertiefung | Ca. Tag 30 bis 90 | Fachliche Einarbeitung | Prozesse, Tools, Produktwissen, erste eigene Projekte |
| Festigung | Bis Ende der Probezeit | Selbstständigkeit | Spezialthemen, Feedbackgespräch, Entwicklungsziele |
Einen breiteren Blick auf digitale Einarbeitung bietet unser Leitfaden zum digitalen Onboarding.
Was ins E-Learning gehört und was nicht
E-Learning ist im Onboarding ein starkes Werkzeug, wenn es an der richtigen Stelle eingesetzt wird. Neue Mitarbeitende lernen im eigenen Tempo, können Module wiederholen und erhalten an jedem Standort die gleichen Inhalte. Für HR entsteht automatisch ein Nachweis.
Digitale Formate für fachliches Wissen
Eine Handreichung der DGUV Hochschule zum Onboarding hält fest, dass digitale Methoden sich gut für die fachliche Integration eignen. Digitale Angebote können Videos, Präsentationen und interaktive Quizze umfassen. Für die soziale und werteorientierte Integration empfiehlt die DGUV eine Kombination aus digitalen und analogen Methoden.
Gut geeignet für E-Learning sind:
- Pflichtthemen mit klaren Regeln: Datenschutz, IT-Sicherheit, Compliance, AGG
- Theoretische Grundlagen des Arbeitsschutzes
- Produkt- und Prozesswissen, das sich selten ändert
- Einführungen in Software und Tools
- Unternehmensüberblick und Werte als Einstieg
Persönliche Formate für Praxis und Beziehung
Die Berufsgenossenschaft BGW stellt in ihrem Leitfaden zum Unterweisen im Betrieb klar, dass Blended-Learning-Angebote oder Webinare das Lernen ergänzen können, persönliche Unterweisungen bei praktischen Übungen jedoch nicht ersetzen dürfen.
Persönlich vermitteln sollten Sie deshalb:
- Rundgang zu Fluchtwegen, Sammelplatz und Feuerlöschern
- Einweisung an Maschinen, Fahrzeugen oder Schutzausrüstung
- Kennenlernen des Teams und der Patin oder des Paten
- Gespräche über Erwartungen, Ziele und Feedback
Blended Learning als Standardmodell
Die überzeugendste Lösung verbindet beides. Ein Beispiel: Die neue Lagerfachkraft absolviert am ersten Vormittag das E-Learning zur Arbeitsschutz-Erstunterweisung mit Abschlussquiz. Am Nachmittag zeigt die Schichtleitung Fluchtwege, Gabelstapler und Regalsysteme vor Ort. In der zweiten Woche folgt das digitale Modul zur Ladungssicherung, danach die praktische Übung an der Rampe. Welche Vorteile dieses Zusammenspiel konkret bringt, beschreibt unser Beitrag zu den Vorteilen von Blended Learning.
In sechs Schritten zum Onboarding-Schulungsplan
Ein Einarbeitungsplan sollte nach der Handreichung der TU Dortmund erste Arbeitsinhalte festlegen, für einzelne Aufgaben unterstützende Personen benennen und eine sachliche und zeitliche Gliederung enthalten. Die folgenden Schritte setzen das praktisch um.
- Gefährdungsbeurteilung und Rollenprofil prüfen. Klären Sie, welche Gefährdungen am Arbeitsplatz bestehen und welche Pflichtunterweisungen daraus folgen. Ergänzen Sie die fachlichen Anforderungen aus der Stellenbeschreibung.
- Inhalte in Pflicht, Basis und Rolle sortieren. Pflichtinhalte gelten für alle oder für bestimmte Gefährdungen. Basisinhalte betreffen Unternehmen und Kultur. Rolleninhalte sind stellenspezifisch.
- Inhalte den Phasen zuordnen. Pflichtunterweisungen vor Tätigkeitsbeginn, Basiswissen in den ersten Wochen, Fachvertiefung bis zum Ende der Probezeit.
- Format festlegen. Entscheiden Sie für jeden Inhalt: E-Learning, persönliche Einweisung oder Kombination. Praktische Übungen bleiben immer vor Ort.
- Verantwortliche benennen. Wer führt welche Einweisung durch? HR, Führungskraft, Fachkraft für Arbeitssicherheit, IT oder Patin. Jede Aufgabe braucht einen Namen und einen Termin.
- Nachweis und Feedback einplanen. Legen Sie fest, wie Teilnahme und Verständnis dokumentiert werden, und terminieren Sie Feedbackgespräche gleich mit.
Checkliste für den Schulungsplan
- [ ] Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz liegt vor
- [ ] Erstunterweisung ist vor dem ersten Arbeitseinsatz terminiert
- [ ] IT-Sicherheits- und Datenschutzmodul ist mit der IT-Freischaltung verknüpft
- [ ] Compliance- und AGG-Schulung ist im ersten Monat eingeplant
- [ ] Für jede Phase gibt es eine verantwortliche Person
- [ ] Rollenspezifische Fachmodule sind ausgewählt
- [ ] Termine für Feedbackgespräche stehen fest
- [ ] Termin für die erste Jahresunterweisung ist vermerkt
Wer eigene Module für die Rolle entwickeln möchte, findet in unserem Leitfaden Online-Lerninhalte gestalten praktische Hinweise zu Aufbau, Länge und Interaktivität.
Lernerfolg prüfen: Kommt die Schulung im Alltag an?
Ein abgeschlossenes Modul ist noch kein Lernerfolg. Entscheidend ist, ob die neue Person das Gelernte im Arbeitsalltag anwendet. Drei Ebenen helfen bei der Prüfung.
Wissen prüfen
Kurze Quizze am Ende jedes Moduls zeigen, ob die Kernaussagen verstanden wurden. Bei Pflichtthemen ist ein bestandener Test zugleich ein wichtiger Baustein der Dokumentation. Zertifikate mit Datum und Inhalt erleichtern den Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden, Berufsgenossenschaften oder Auditoren.
Verhalten beobachten
Wendet die neue Kollegin die Passwortregeln an? Meldet sie verdächtige E-Mails? Trägt sie die vorgeschriebene Schutzausrüstung? Die Führungskraft und die Patin sehen das im Alltag am besten. Die TU Dortmund empfiehlt regelmäßiges, strukturiertes Feedback der Führungskraft, um den Einarbeitungserfolg zu prüfen.
Gespräche führen
UC Davis empfiehlt für die ersten Wochen regelmäßige Gespräche mit offenen Fragen und aktivem Zuhören. So entstehen eine gute Arbeitsbeziehung, Vertrauen und Engagement. Bewährt hat sich ein fester Rhythmus:
- Ende der ersten Woche: Wie war der Start? Was fehlt noch?
- Nach 30 Tagen: Sind alle Pflichtschulungen abgeschlossen? Welche Fragen sind offen?
- Nach 90 Tagen: Welche Aufgaben laufen selbstständig, wo braucht es Vertiefung?
- Vor Ende der Probezeit: Bilanz, Entwicklungsziele und nächste Schulungen
Kennzahlen für HR
Auf Unternehmensebene lohnt sich ein Blick auf wenige, aussagekräftige Werte: Abschlussquote der Pflichtmodule innerhalb der Frist, durchschnittliche Testergebnisse, Rückmeldungen aus den Feedbackgesprächen und die Zeit, bis neue Mitarbeitende ihre Kernaufgaben selbstständig erledigen. Ein Reporting, das diese Werte automatisch bündelt, spart HR viel manuelle Nacharbeit.
Unsere Sicht: Onboarding beginnt mit Sicherheit und endet nicht nach Woche eins
In vielen Unternehmen erleben wir zwei Extreme. Entweder wird der erste Tag mit Pflichtinhalten überladen, oder die Pflichtthemen gehen zwischen Laptop-Ausgabe und Teamlunch unter und werden Wochen später hastig nachgeholt. Beides schadet: Im ersten Fall bleibt wenig hängen, im zweiten fehlt im Ernstfall der Nachweis.
Unser Ansatz ist deshalb klar: Die Pflichtinhalte gehören früh, kompakt und digital in den Plan, mit Quiz und Zertifikat. Das schafft Rechtssicherheit und entlastet die Führungskraft. Die gewonnene Zeit fließt in das, was kein E-Learning ersetzen kann: den Rundgang, das Gespräch, die praktische Übung und das Kennenlernen des Teams.
Gerade für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender zeigt sich, wie viel interaktive Lerninhalte bewirken. Wer Fachwissen in kurzen, anschaulichen Einheiten erlebt, statt es in langen Dokumenten nachzulesen, findet schneller in die neue Rolle. Ein gutes Onboarding ist für uns deshalb kein einmaliges Ereignis, sondern der Beginn einer Lernroutine, die mit der Jahresunterweisung und weiteren Fachschulungen fortgesetzt wird.
— Sebastian
Onboarding-Pflichtschulungen digital umsetzen
Mit Mitarbeiterschulung decken Sie die Pflicht- und Basisthemen des Onboardings in einer Plattform ab: von der Arbeitssicherheit-Erstunterweisung und dem Kurs Verhalten in Notfällen über IT-Sicherheit Grundlagen mit NIS2-Anforderungen und Malware- und Ransomware-Attacken erfolgreich abwehren bis zu Compliance & Code of Conduct, dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und Kursen zu Künstlicher Intelligenz. Für Lager und Logistik steht zusätzlich ein Kurs zur Ladungssicherung bereit. Interaktive Lerninhalte, Zertifikate und Reporting sorgen für eine rechtssichere Nachweisdokumentation. Individuelle Kurse und White-Label-Optionen passen das Angebot an Ihr Unternehmen an. Entdecken Sie unsere digitalen Mitarbeiterschulungen und stellen Sie Ihr Onboarding-Paket zusammen.
Häufige Fragen
Was gehört in eine Onboarding-Schulung?
In eine Onboarding-Schulung gehören Informationen zum Unternehmen, zum Team und zur eigenen Rolle sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen. Dazu zählen vor allem die Arbeitsschutz-Erstunterweisung, Datenschutz und IT-Sicherheit. Je nach Unternehmen kommen Compliance, Gleichbehandlung und der Umgang mit KI-Anwendungen hinzu.
Welche Unterweisungen brauchen neue Mitarbeitende?
Jede neue Person erhält vor Aufnahme der Tätigkeit eine Arbeitsschutz-Unterweisung, deren Inhalt sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergibt. Dazu gehören Rettungswege, Sammelpunkte, Notfallnummern und die Gefährdungen des konkreten Arbeitsplatzes. Welche weiteren Unterweisungen nötig sind, klären Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Wie oft muss die Unterweisung wiederholt werden?
Beschäftigte sind jährlich zu unterweisen, jugendliche Auszubildende mindestens halbjährlich. Zusätzlich ist eine Unterweisung fällig, wenn sich Tätigkeit, Arbeitsmittel oder Gefährdungen ändern. Planen Sie die erste Wiederholung deshalb schon im Onboarding-Plan ein.
Kann die gesamte Onboarding-Schulung als E-Learning stattfinden?
Nein, nicht vollständig. E-Learning eignet sich sehr gut für Pflichtthemen und fachliches Wissen, ersetzt aber keine praktischen Übungen und keine persönliche Einweisung am Arbeitsplatz. Die beste Lösung ist eine Kombination aus digitalen Modulen und persönlichen Terminen.
Wie lange dauert die Einarbeitung neuer Mitarbeitender?
Die intensive Phase mit Pflichtschulungen umfasst meist die ersten 30 Tage. Nach 60 bis 90 Tagen arbeiten neue Mitarbeitende in der Regel selbstständiger. Die Einarbeitung endet sinnvollerweise mit einem Bilanzgespräch vor Ablauf der Probezeit.
Quellen
- CIPD: Employee induction
- Universität Bremen: Leitfaden Onboarding
- Universitätsmedizin Göttingen: Einarbeitungsleitfaden für Führungskräfte 2025
- TU Dortmund: Handreichung Einarbeitungskonzept für neue Mitarbeitende
- UC Davis: The First 90 Days
- Arbeitsschutz in NRW: Unterweisung der Beschäftigten
- DGUV Hochschule: Onboarding für neue Beschäftigte
- BGW: Unterweisen im Betrieb – ein Leitfaden

