Prompting-Schulung für Mitarbeiter: Inhalte, Formate, Pflichten

Eine Prompting-Schulung für Mitarbeitende vermittelt, wie man generativer KI klare Arbeitsaufträge gibt: mit Ziel, Kontext, Rolle und gewünschtem Format, mit kritischer Prüfung der Ergebnisse und mit festen Regeln für vertrauliche Daten. Für HR und L&D ist sie zugleich der praktischste Baustein, um die KI-Kompetenz aufzubauen, die Artikel 4 der EU-KI-Verordnung seit Februar 2025 von Unternehmen verlangt. Dieser Leitfaden zeigt, welche Lernziele, Übungen und Formate wirken, wie Sie das Training nach Rollen staffeln und wie Sie den Lernerfolg sichtbar machen.

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Kurz gesagt

  • Prompting ist Alltagskompetenz: Wer Ziel, Kontext, Rolle und Ausgabeformat sauber formuliert, erhält deutlich passendere KI-Ergebnisse. Dafür braucht es kein technisches Spezialwissen.
  • Der Bedarf ist groß: Nur ein Fünftel der Berufstätigen in Deutschland wurde bisher vom Arbeitgeber im KI-Einsatz geschult.
  • Die Pflicht besteht bereits: Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt ausreichende KI-Kompetenz beim Personal. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, alle Maßnahmen zu dokumentieren.
  • Gute Schulungen sind gestaffelt: Grundlagen für alle, vertiefende Module für Schlüsselrollen, Übungen mit echten Aufgaben aus dem eigenen Arbeitsalltag.
  • Regeln gehören dazu: Datenschutz, Umgang mit vertraulichen Informationen und die Prüfung von KI-Ergebnissen sind fester Teil jeder Prompting-Schulung.

Inhaltsverzeichnis

Was Prompting im Arbeitsalltag bedeutet

Ein Prompt ist der Arbeitsauftrag an ein KI-System. Im Büroalltag geht es dabei selten um ausgefeilte Technik, sondern um eine Fähigkeit, die gute Führungskräfte seit jeher brauchen: eine Aufgabe so zu beschreiben, dass das Gegenüber sie richtig versteht.

Das Zukunftszentrum KI NRW bringt es auf den Punkt: Generative KI kann nur mit den Informationen arbeiten, die sie erhält. Je klarer und vollständiger ein Auftrag formuliert ist, desto besser passen die Ergebnisse. Fehlen wichtige Angaben, füllt das Sprachmodell die Lücken mit gelernten Sprachmustern. So entstehen Annahmen, die nicht zum eigentlichen Anliegen passen.

Für Unternehmen heißt das: Die Qualität der KI-Nutzung hängt weniger vom Tool ab als von den Menschen, die es bedienen. Eine Vertriebsmitarbeiterin, die ein Angebotsschreiben mit drei präzisen Sätzen Kontext anfordert, spart Zeit. Ein Kollege, der nur „Schreib mal eine Mail an den Kunden“ eintippt, bekommt einen generischen Text und überarbeitet ihn anschließend länger, als er für das Schreiben selbst gebraucht hätte.

Wichtig ist auch die Haltung: Die fachliche Verantwortung bleibt beim Menschen. Prompting-Kompetenz bedeutet deshalb immer beides, gute Aufträge formulieren und Ergebnisse sachkundig beurteilen.

Warum Unternehmen ihre Teams jetzt im Prompting schulen

Die Lücke zwischen Nutzung und Qualifizierung

Viele Beschäftigte nutzen KI-Werkzeuge längst, geschult wurden aber nur wenige. Laut einer Bitkom-Befragung vom Juli 2025 wurden 20 Prozent der Berufstätigen von ihrem Arbeitgeber im KI-Einsatz geschult. 70 Prozent wird überhaupt keine KI-Fortbildung angeboten, weitere 6 Prozent haben ein Angebot, das sie noch nicht genutzt haben.

Anteile zu KI-Fortbildungsangeboten für Beschäftigte

Ungenutztes Produktivitätspotenzial

Auch auf Führungsebene ist das Problem bekannt. In einer Studie des Stifterverbands mit über 1.000 Führungskräften sagen 86 Prozent, dass ihr Unternehmen das Potenzial von KI nur in geringem Maße ausschöpft. Dieselbe Studie verweist auf eine Schätzung des McKinsey Global Institute, nach der KI die Produktivität deutscher Unternehmen um bis zu 19 Prozent steigern kann. Prompting ist der Hebel, der dieses Potenzial im Tagesgeschäft erreichbar macht.

Die gesetzliche Pflicht zur KI-Kompetenz

Seit dem 2. Februar 2025 gilt Artikel 4 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen sicherstellen, dass ihr Personal über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügt. Das betrifft jedes Unternehmen, das KI-Anwendungen im Betrieb einsetzt, unabhängig von seiner Größe.

Die Bundesnetzagentur erläutert zur KI-Kompetenz, dass Unternehmen ihre Maßnahmen intern oder extern durchführen können und sie gut dokumentieren sollten. Ein Mangel an KI-Kompetenz kann als Verletzung der Sorgfaltspflicht angesehen werden, vor allem wenn dadurch ein Schaden entsteht. Eine Prompting-Schulung mit sauberem Nachweis zahlt deshalb direkt auf die Compliance ein. Was Artikel 4 im Detail fordert, erklärt unser Beitrag zur KI-Schulung für Mitarbeiter nach EU-KI-Verordnung.

Siehe auch  2–3 Stunden Basiskurs: AI Act Schulung für HR mit Nachweis

Lernziele: Was Mitarbeitende nach der Schulung können

Eine wirksame Prompting-Schulung formuliert ihre Lernziele konkret und überprüfbar. Ein Handout des Hessischen Digitalministeriums empfiehlt für den Arbeitsalltag ein Grundgerüst, das Ziel, Kontext, gewünschten Output und einen festgelegten Modus unterscheidet, und betont, Ergebnisse im Dialog weiterzuentwickeln und auf Korrektheit und Brauchbarkeit zu prüfen.

1. Das Grundgerüst eines guten Prompts

Baustein Leitfrage Beispiel aus dem HR-Alltag
Ziel Was soll am Ende herauskommen und wozu? Eine Stellenanzeige, die Pflegefachkräfte anspricht
Kontext Welche Informationen braucht die KI? Klinikstandort, Schichtmodell, Tarifbindung, Zielgruppe
Rolle Aus welcher Perspektive soll geschrieben werden? Als erfahrene Recruiterin im Gesundheitswesen
Output Welcher Inhalt, Aufbau und welches Format? 250 Wörter, drei Zwischenüberschriften, Aufzählung der Benefits
Modus Wie gründlich soll gearbeitet werden? Erst drei Varianten skizzieren, dann die beste ausarbeiten

Zusammengesetzt ergibt das einen vollständigen Auftrag: „Du bist eine erfahrene Recruiterin im Gesundheitswesen. Schreibe eine Stellenanzeige für Pflegefachkräfte an unserem Klinikstandort mit Schichtmodell und Tarifbindung. Ziel ist, wechselbereite Fachkräfte anzusprechen. Umfang etwa 250 Wörter, drei Zwischenüberschriften, Benefits als Aufzählung. Skizziere zuerst drei Varianten für den Einstieg, dann arbeite die überzeugendste aus.“ Im Vergleich mit einem Einzeiler wird der Unterschied in der Schulung sofort sichtbar.

Mitarbeitende lernen, diese Bausteine nicht als starres Formular zu verstehen, sondern als Checkliste im Kopf. Je wichtiger die Aufgabe, desto vollständiger der Prompt.

2. Im Dialog verbessern

Der erste Output ist selten der beste. Teilnehmende üben, gezielt nachzusteuern: kürzer fassen, Tonalität anpassen, Beispiele ergänzen, eine Gegenposition einfordern. Diese iterative Arbeitsweise ist der größte Unterschied zwischen gelegentlichen und souveränen Nutzern.

3. Ergebnisse kritisch prüfen

KI-Systeme können Informationen unvollständig oder fehlerhaft darstellen. Quellenangaben können fehlen, falsch sein oder erfunden werden. Mitarbeitende lernen, Fakten, Zahlen und Zitate gegenzuprüfen, besonders wenn Ergebnisse an Kundinnen und Kunden, Beschäftigte oder in geschäftliche Entscheidungen gehen.

4. Regeln sicher anwenden

Wer prompten kann, muss auch wissen, was nicht in einen Prompt gehört. Datenschutz und Vertraulichkeit sind deshalb ein eigenes Lernziel und kein Anhang.

Inhalte und Übungen für die Prompting-Schulung

Die Bundesregierung empfiehlt in ihrem Schulungskonzept „KI-Verordnung – KI-Kompetenz im eigenen Betrieb aufbauen“ kurze, praxisnahe Formate nach dem Muster „Informieren, Ausprobieren, Diskutieren“, eigene Beispiele statt Theorie und eine Lernumgebung, in der Fehler erlaubt sind. Daraus ergibt sich ein bewährter Modulaufbau.

Modul 1: Grundlagen generativer KI

  • Wie Sprachmodelle Texte erzeugen und warum sie Lücken mit Annahmen füllen
  • Was Halluzinationen sind und woran man sie erkennt
  • Welche KI-Anwendungen im Unternehmen freigegeben sind
  • Rechtlicher und ethischer Rahmen, Do’s und Don’ts im Alltag

Modul 2: Prompts aufbauen

  • Das Grundgerüst aus Ziel, Kontext, Rolle, Output und Modus
  • Beispiele und Vorlagen mitgeben (Few-Shot-Prompting)
  • Komplexe Aufgaben in Schritte zerlegen
  • Formatvorgaben: Tabellen, Stichpunkte, Zeichenlängen

Modul 3: Prompting für die eigenen Aufgaben

Hier zeigt sich, ob eine Schulung wirkt. Teilnehmende bringen echte, nicht vertrauliche Aufgaben aus ihrem Bereich mit und bearbeiten sie mit KI. Typische Übungen:

  1. Vorher-nachher-Vergleich: Ein vager Prompt („Fasse das Protokoll zusammen“) wird schrittweise zu einem präzisen Auftrag ausgebaut („Fasse das Protokoll für die Geschäftsführung in fünf Stichpunkten zusammen, hebe offene Entscheidungen hervor und nenne Verantwortliche“). Die Gruppe vergleicht beide Ergebnisse.
  2. Fehlersuche: Ein KI-Text enthält bewusst eingebaute Fehler, etwa eine falsche Frist oder eine erfundene Quelle. Die Teilnehmenden finden sie.
  3. Rollenwechsel: Derselbe Sachverhalt wird für Kundschaft, Betriebsrat und Fachabteilung aufbereitet. So wird die Wirkung der Rolle im Prompt erlebbar.
  4. Ampelübung Daten: Beispieleingaben werden als grün (unbedenklich), gelb (nur anonymisiert oder in freigegebenen Tools) oder rot (verboten) eingestuft.
  5. Prompt-Bibliothek anlegen: Jedes Team formuliert drei wiederverwendbare Vorlagen für seine häufigsten Aufgaben.

Modul 4: Reflexion und Transfer

Zum Abschluss besprechen die Teilnehmenden, wo KI ihnen hilft und wo menschliches Urteil unverzichtbar bleibt. Jede Person legt fest, welche Aufgabe sie in der nächsten Woche mit einem neuen Prompt angeht.

Training nach Rollen und Vorkenntnissen gestalten

Nicht jeder Mitarbeitende braucht dasselbe. Das Schulungskonzept des Bundeswirtschaftsministeriums empfiehlt, zuerst die genutzten oder geplanten KI-Systeme, die damit verbundenen Risiken und die betroffenen Beschäftigten zu ermitteln. Darauf aufbauend folgen Grundlagenschulungen für alle und spezialisierte Trainings für Schlüsselrollen wie IT, Projektmanagement, HR und Führungskräfte.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst rät ebenfalls dazu, KI-Schulungen bedarfsgerecht, zielgruppenspezifisch und kontinuierlich durchzuführen und neben technischen Grundlagen auch rechtliche und ethische Fragen einzubeziehen.

Zielgruppe Schwerpunkt im Prompting Typische Anwendungsfälle
Alle Mitarbeitenden Grundgerüst, Ergebnisprüfung, Datenregeln E-Mails, Zusammenfassungen, Recherchen
HR und L&D Inklusive Sprache, Datenschutz bei Bewerberdaten Stellenanzeigen, Onboarding-Material, Lerninhalte
Vertrieb und Marketing Tonalität, Zielgruppen, Varianten Angebote, Kampagnentexte, Kundenkommunikation
IT und Projektmanagement Strukturierte Prompts, Schrittfolgen, Sicherheitsrisiken Dokumentation, Code-Erklärungen, Projektpläne
Führungskräfte Einsatzentscheidungen, Verantwortung, Risiken Strategiepapiere, Entscheidungsvorlagen, Teamregeln
Siehe auch  Was ist digitales Coaching? Leitfaden für Führungskräfte

Für die Staffelung nach Vorkenntnissen hat sich ein dreistufiges Modell bewährt:

  • Einsteiger lernen das Grundgerüst und die Regeln an einfachen Beispielen.
  • Anwender vertiefen iteratives Arbeiten, Vorlagen und die Aufteilung komplexer Aufgaben.
  • Multiplikatoren pflegen die Prompt-Bibliothek ihres Teams und unterstützen Kolleginnen und Kollegen im Alltag.

Führungskräfte nehmen eine Doppelrolle ein: Sie nutzen KI selbst und entscheiden, wo ihr Team sie einsetzen darf. Für diese Gruppe lohnt ein eigenes Modul, wie es auch unsere KI-Compliance-Schulung für Fach- und Führungskräfte vorsieht.

Datenschutz und Vertraulichkeit: Diese Regeln gehören in jede Schulung

Gutes Prompting heißt auch, zu wissen, welche Informationen in einen Prompt gehören und welche nicht. Deutsche Behörden und Fachverbände geben dazu klare Orientierung.

Interne Weisungen und dienstliche Accounts

Die Datenschutzkonferenz empfiehlt in ihrer Orientierungshilfe klare, dokumentierte interne Weisungen dazu, ob und wie KI-Anwendungen eingesetzt werden dürfen. Ohne solche Regeln nutzen Beschäftigte KI möglicherweise eigenmächtig, was zu Datenschutzverstößen führen kann. Arbeitgeber sollten zudem Geräte und Accounts bereitstellen, damit niemand private Zugänge dienstlich nutzen muss. Die Orientierungshilfe des Landes Berlin zu LLM-Chatbots rät außerdem zu Funktionsadressen statt personalisierter Accounts und zu starken Passwörtern.

Interne Weisungen und dienstliche Accounts

Wie solche Vorgaben schriftlich aussehen können, zeigt unser Leitfaden zu Richtlinien für generative KI mit Muster und Checkliste. Wer die technischen und organisatorischen Grundlagen im Betrieb parallel absichern möchte, findet einen kompakten Überblick zu IT-Sicherheit im Mittelstand, von Zugriffsrechten bis zu Cloud-Diensten.

Personenbezogene und vertrauliche Daten

  • Personenbezogene Daten dürfen nur mit einer Rechtsgrundlage verarbeitet werden. Personenbezogene Ergebnisse müssen vor der Weiterverarbeitung auf Richtigkeit geprüft werden.
  • Die GDD-Musterrichtlinie zu KI sieht vor, dass vertrauliche oder geschützte Informationen grundsätzlich nicht in KI-Anwendungen eingegeben werden, außer mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Unternehmens und nachweislich angemessenem Schutzniveau.
  • Trainiert eine Anwendung mit den eingegebenen Informationen, sollen personenbezogene Daten nach der GDD-Musterrichtlinie nur nach vorheriger Anonymisierung verwendet werden.
  • Personenbezogene, vertrauliche oder geschäftskritische Informationen gehören nur in ausdrücklich freigegebene Anwendungen.

Für die Praxis bedeutet das: Eine Mitarbeiterin in der Personalabteilung, die ein Zeugnis formulieren möchte, ersetzt Namen und identifizierende Details durch Platzhalter oder nutzt ausschließlich ein Tool, das das Unternehmen für Personaldaten freigegeben hat. Im Zweifel klärt sie das vorher mit dem oder der Datenschutzbeauftragten. Vertiefende Inhalte bietet eine eigene Datenschutzschulung für Mitarbeitende.

Prüfpflicht für KI-Ergebnisse

Auch öffentliche Verwaltungen schreiben die Prüfung fest. Der niedersächsische KI-Runderlass hält fest, dass KI-Systeme ungenaue, falsche oder erfundene Informationen erzeugen können und Mitarbeitende die Ausgaben deshalb vor der Weiterverarbeitung prüfen und gegebenenfalls korrigieren müssen. Diese Regel lässt sich direkt auf Unternehmen übertragen und gehört als feste Übung in jede Prompting-Schulung.

Formate, die Prompting dauerhaft verankern

Eine einmalige Veranstaltung reicht selten. Prompting ist ein Handwerk, das sich mit jeder Anwendung verbessert, und die Werkzeuge entwickeln sich laufend weiter. Die Bundesnetzagentur beschreibt den Aufbau von KI-Kompetenz ausdrücklich als kontinuierlichen Prozess, der regelmäßig aufgefrischt werden sollte.

E-Learning als skalierbare Basis

Digitale Kurse eignen sich besonders für die Grundlagen: Alle Mitarbeitenden erhalten denselben Wissensstand, lernen im eigenen Tempo und können Inhalte wiederholen. Interaktive Elemente wie Szenarien, Quizfragen und Entscheidungsaufgaben machen die Ampellogik für Daten oder die Prüfung von KI-Ergebnissen erlebbar. Zertifikate und Reporting liefern gleichzeitig die Dokumentation, die Artikel 4 nahelegt.

Praxisphasen im Team

Auf die digitale Basis folgen kurze Praxisformate: ein Prompt-Sprint im Teammeeting, eine gemeinsame Prompt-Bibliothek oder eine wöchentliche Fragerunde. Der Bitkom empfiehlt für vollständige Weiterbildungskonzepte einen Lernraum zum Ausprobieren, Peer-Learning und Community-Netzwerke für informelles Lernen.

Regelmäßige Aktualisierung

Neue Tools, neue Funktionen, neue interne Freigaben: Schulungsinhalte zum Prompting veralten schneller als viele andere Themen. Planen Sie feste Überarbeitungszyklen ein, zum Beispiel halbjährlich und zusätzlich bei jeder neuen Tool-Freigabe. Wie das organisiert werden kann, beschreibt unser Praxisleitfaden zum Aktualisieren von E-Learning-Inhalten.

Lernerfolg messen: So machen HR und L&D Fortschritte sichtbar

Damit sich eine Prompting-Schulung gegenüber Geschäftsführung und Betriebsrat begründen lässt, braucht es Kennzahlen. Bewährt haben sich Messpunkte auf vier Ebenen:

  1. Teilnahme und Abschluss: Abschlussquoten je Abteilung, ausgestellte Zertifikate, offene Pflichtteilnahmen. Diese Daten liefern gleichzeitig den Nachweis für Artikel 4.
  2. Wissen: Ergebnisse aus Abschlusstests, etwa zur korrekten Einstufung von Daten oder zum Erkennen fehlerhafter KI-Ausgaben.
  3. Anwendung: Befragungen nach vier bis acht Wochen. Wie oft wird KI genutzt, für welche Aufgaben, mit welchen Vorlagen? Wächst die Prompt-Bibliothek?
  4. Wirkung: Zeitersparnis bei wiederkehrenden Aufgaben, weniger Korrekturschleifen, weniger Datenschutzvorfälle mit KI-Bezug.
Siehe auch  E-Learning Einführung: Schritt-für-Schritt-Leitfaden 2026

Ein einfacher Vorher-nachher-Vergleich zeigt oft schon viel: Teilnehmende bearbeiten vor und nach der Schulung dieselbe Aufgabe, eine Fachperson bewertet beide Ergebnisse nach festgelegten Kriterien wie Vollständigkeit, Richtigkeit und Brauchbarkeit. Welche Lerndaten sich dafür eignen, erläutert unser Leitfaden zur Rolle von Daten im E-Learning.

In sieben Schritten zur Prompting-Schulung

  1. Bestand aufnehmen: Welche KI-Tools sind im Einsatz oder geplant, wer nutzt sie, welche Risiken bestehen?
  2. Regeln festlegen: Freigegebene Anwendungen, verbotene Eingaben und Prüfpflichten schriftlich fixieren.
  3. Zielgruppen bilden: Grundlagen für alle, Vertiefung für Schlüsselrollen und Führungskräfte.
  4. Lernziele definieren: Grundgerüst, iteratives Arbeiten, Ergebnisprüfung, Datenregeln.
  5. Formate kombinieren: E-Learning für die Basis, Praxisphasen im Team für den Transfer.
  6. Dokumentieren: Teilnahmen, Inhalte und Zertifikate nachvollziehbar ablegen.
  7. Auffrischen und messen: Inhalte regelmäßig aktualisieren und Kennzahlen auswerten.

Unsere Sicht: Prompting ist die Brücke zwischen Pflicht und Produktivität

In vielen Unternehmen erleben wir dieselbe Ausgangslage: KI-Werkzeuge sind eingeführt, die Erwartungen sind hoch, doch die Ergebnisse bleiben hinter dem Potenzial zurück. Der Grund liegt fast nie in der Technik. Er liegt darin, dass Mitarbeitende nie gelernt haben, einer KI einen guten Auftrag zu geben.

Wir sehen Prompting deshalb nicht als Spezialthema für Technikbegeisterte, sondern als Kernkompetenz für jedes Team. Wer seine Mitarbeitenden darin schult, erfüllt nicht nur die Anforderungen der KI-Verordnung. Er schafft die Grundlage für spürbar produktivere Teams und eine Einarbeitung, in der neue Kolleginnen und Kollegen vom ersten Tag an sicher mit KI arbeiten.

Entscheidend ist aus unserer Erfahrung die Verbindung von drei Dingen: interaktive Lerninhalte, die Wissen erlebbar machen, klare Regeln für Datenschutz und Vertraulichkeit sowie ein rechtssicherer Nachweis, der jederzeit abrufbar ist. Genau dafür haben wir unsere digitalen KI-Schulungen entwickelt.

Sebastian

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Die Kurse sind interaktiv aufgebaut und enthalten Zertifikate, Reporting und eine rechtssichere Nachweisdokumentation. Über individuelle Kurse lassen sich Inhalte an Ihre freigegebenen Tools und internen Regeln anpassen, Jahreslizenzen und White-Label-Optionen machen den Rollout im ganzen Unternehmen einfach. Unser kompakter AI-Act-Basiskurs mit Nachweis eignet sich als Einstieg, das gesamte Angebot finden Sie unter digitale Mitarbeiterschulungen für Unternehmen.

Häufige Fragen zur Prompting-Schulung

Ist eine Prompting-Schulung für Mitarbeitende Pflicht?

Eine Pflicht speziell zum Prompting gibt es nicht. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt jedoch seit Februar 2025, dass Personal, das mit KI-Systemen arbeitet, über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Eine Prompting-Schulung mit Regeln zu Datenschutz und Ergebnisprüfung ist ein praxisnaher Weg, diese Anforderung zu erfüllen und zu dokumentieren.

Wie lange dauert eine Prompting-Schulung?

Die Dauer hängt von Zielgruppe und Vorkenntnissen ab. Für die Grundlagen genügen oft kompakte digitale Module von wenigen Stunden, vertiefende Inhalte für Schlüsselrollen kommen hinzu. Wichtiger als die Länge ist die regelmäßige Auffrischung, da sich Werkzeuge und interne Freigaben laufend ändern.

Brauchen Mitarbeitende technische Vorkenntnisse?

Nein. Das Formulieren klarer Arbeitsaufträge ist keine technische Spezialkenntnis, sondern eine Alltagskompetenz. Einsteiger beginnen mit dem Grundgerüst aus Ziel, Kontext, Rolle, Output und Modus und üben an Aufgaben aus ihrem eigenen Arbeitsbereich.

Wie weisen Unternehmen die Schulung nach?

Die Bundesnetzagentur empfiehlt, alle Maßnahmen zum Aufbau von KI-Kompetenz zu dokumentieren. Bewährt sind Teilnahmelisten, Kursinhalte, Testergebnisse und Zertifikate, die zentral abgelegt werden. Digitale Schulungen mit Reporting erleichtern diese Dokumentation erheblich.

Dürfen Mitarbeitende personenbezogene Daten in Prompts verwenden?

Nur mit Rechtsgrundlage und nur in Anwendungen, die das Unternehmen dafür ausdrücklich freigegeben hat. Vertrauliche Informationen gehören grundsätzlich nicht in KI-Tools, außer mit schriftlicher Genehmigung und angemessenem Schutzniveau. Im Zweifel sollten Mitarbeitende vorher die Datenschutzbeauftragten fragen.

Quellen

Empfehlungen

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